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Audiobeiträge des Digitalen Heimatmuseum's


Kapitän De BuhrEigentlich hält er nichts von Seemannsgarn, sagt Kapitän außer Dienst De Buhr. Doch wie der Ostfriesenjung' in der Nachkriegszeit von seiner Lehrstelle beim Holzkaufmann desertierte und klammheimlich anheuerte, das klingt wie in altbekannten Seemanngeschichten. "Aber so war es." 

Seefahrt ist nicht nur Verbindung von Kontinent zu Kontinent. Kapitän De Buhr fuhr auf einer aufgerüsteten ostfriesischen "Tjalk" (Foto). Mit diesem für flache Gewässer konstruiertem Boot konnte man Anfang der 50er Jahre noch zu Orten vordringen, welche für die großen Pötte unerreichbar waren. Und so zum Beispiel Holz aus dem schwedischen Binnenland holen - unterwegs durch Schleusen, wo der Klüverbaum noch über das Schleusentor ragte. Bei einer solchen Reise zum schwedischen Sägewerk am See fand noch das statt, was einst Seefahrt bedeutete.

Nach dem Zweiten Weltkrieg: eine junge Frau, die zu gerne in einem der großen Säle zum Tanz geht. Wie viele andere auch. Die fehlende Ausgehkleidung ist jedoch ein Problem. Sie wird geliehen und manchmal kommt zur großen Freude ein Paket von der Verwandtschaft in Amerika - auch ein paar weiße Schuhe sind dabei, die kurzerhand umgefärbt werden. "Wir haben auch unseren Spaß gehabt!"

 

Einen Abenteuerspielplatz brauchten die Bremer Butjer in den 1950er Jahren ganz bestimmt nicht. Die Trümmerlandschaft im zerstörten Bremer Westen war für die Kinder der natürliche Spielplatz. Herbert Poppe aus Utbremen sieht die zerstörte Stadt noch deutlich vor sich.

 

 

Der Bremer Hafen, als er noch brummte, als in den Becken noch Schiff an Schiff lag und die Lagerhallen voll waren. Untergegangene Arbeiten und Wörter: Verholen der Schiffe, der Wechsel von Liegeplatz zu Liegeplatz; Anbietzeit und Anbiethallen, die Pausen in den Kantinen des Gesamthafenbetriebs. Und längst vergangen auch die Tage, als die Amis in den Hafenkneipen nach Bremer Bier verlangten. Erinnerungen an damals.

Nach den Kriegsjahren. Einschulung in der stehen gebliebenen Schleswiger Schule im Oktober 1945. Auch die Kinder der Kaisenhausbewohner in der Waller Feldmark gehen hier zur Schule. Eng war es auf den Schulbänken, zu viele Schüler für zu wenig Lehrer. Aber den Luxus der Duschen gab es und die Schulspeisung – eine echte Hilfe, wie die ehemalige Schülerin sagt. In einer Zeit, in der es ansonsten nur  wenig gab.

Ehemalige Reedereilehrlinge und ihr Lehrherr berichten davon, wann und wie sie der Mythos "Norddeutscher Lloyd" angelockt und gepackt hat.
Die Reederei versprühte den Duft der weiten Welt, sie stand für ehrwürdige Kontinuität als weltweit erfolgreich tätiger Bremer Konzern. Ihre modernen Schiffe lagen in ewiger Konkurrenz zum Rivalen "Hapag" in Hambug und holten mehrmals die internationale Trophäe für das schnellste Schiff – das 'Blaue Band'.

Siebzehn Jahre alt war Waltraud Schmidt, als ihr Vater loszog, um seinen vermissten Schwager nach dem Bombenangriff auf die Werft zu suchen. So bahnte sich die Realität in den ganz normalen Familienalltag und führte das Pathos der Propaganda vom heldischen Kampf ad absurdum.

"Volkssturm", so nannten die NSDAP ihr letztes Aufgebot zur Verteidigung des "Deutschen Heimatbodens". Als im Oktober 1944 mit Aachen die erste deutsche Stadt in die Hände der Allierten gefallen war, entstand unter der Parole "Ein Volk steht auf" das letzte Aufgebot. Die Bewaffnung war miserabel, die militärische Ausbildung ein Schnellkursus, selbst an Uniformen haperte es. So behalf man sich mitunter mit Reichsbahner-Uniformen oder begnügte sich mit einer Armbinde über der Zivilkleidung.

Schifffahrt in den 50er Jahren, vor dem Einbau von Klimaanlagen, konnte ein harter Beruf sein. Wer wie Jochen Helms mit der Bremer Reederei DDG Hansa (1881-1989) fuhr, lag mehr als einmal unter der brennenden Sonne im Persischen Golf. Was das bei Temperaturen über 40 Grad bedeutete, davon berichtet der spätere Lloyd-Kapitän.


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