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Audiobeiträge des Digitalen Heimatmuseum's


Arnold Weiss sagt: "Ich wollte weg:" Mit sieben Jahren hatte er sich mit seiner Familie von Memel nach Schleswig-Holstein gerettet. In dem mit Flüchtlingen überfüllten Land lebten sie in Ställen und Lagern. An einen geregelten Schulunterricht war nicht zu denken, dafür lernte der Junge von den Älteren, wie man  mit Handgranaten fischen konnte. Eine Zeit außerhalb der gewohnten Aufsicht und Kontrolle. Als dann die leidige Schulzeit ausgestanden war, suchte er sich schnell ein Schiff.




Der Bremer Vulkan ist zum Mythos geworden. Für Hasso Kulla, den ehemaligen Betriebsrat, war der Bockkran auf der Werft  das Vegesacker Wahrzeichen. Als Waltraud Schmidt das erste Mal den Arbeitsplatz ihres Mannes betrat, erschrak sie über den Lärm und Dreck.

1944 ausgebombt. So zieht Frau Spychala, Jahrgang 1916,  mit ihrem Mann und dem übrig gebliebenen Hab und Gut ins Gartenhaus, Zaunkönigweg 8. Nach Kriegsende wird daraus ein Kaisenhaus.


Zahnschmerzen auf hoher See und kein Zahnarzt an Bord, das kann sehr unangenehm werden. Wie wichtig ist da ein Gesundheitscheck an Land.Die Konfrontation gestandener Seeleute mit der jungen Sekretärin des Hafenarztes Dr. Fallinger ist allerdings nicht weniger abenteuerlich. Da wird aus der Geschlechtskrankheit "Schanker" schon schnell einmal "Shanghai". Anita Jerzembeck erinnert sich an die 70er Jahre im Gesundheitsamt.

"Hart aber herzlich - eine Bande wie Seeräuber". So sieht Heinz Rolappe seine Gruppe vom Rohrbau in der Nachkriegszeit. Die Arbeit auf der AG Weser war geprägt von extrem harten Bedingungen. Reine Muskelkraft war besonders gefragt.



Der erste Arbeitstag der neuen, noch sehr jungen Sekretärin des Hafengesundheitsamtes, Anita Jerzembeck, ist mit viel Aufregung verbunden. Sie wird unter anderem die Gesundheitschecks der Frauen aus dem Rotlichtviertel im Hafen durchführen müssen.
Sie begegnet ihnen früher, als sie denkt. 

 

Interview: Frauke Wilhelm mit Anita Jerzembeck; 2005
Schnitt: Birgitta Herzer 2008

 

Bremen in den 1960er Jahren:
Der Hafen boomt, das Wirtschaftswunder bringt Fleisch auf die Teller, Tiertransporte im Industriehafen sind an der Tagesordnung. 20.000 Rinder jährlich für den Schlachthof.
Aber eines Tages kommen auch Exoten aus Afrika, und Henry Geller von der Spedition Schenker & Co. muss sich um deren Quarantäne kümmern. Was manchmal zu kuriosen Vorfällen führt.

Anbiethalle – ein Ort aus einer untergegangenen Welt. Früher gehörte die Anbiethalle zum Hafen wie Stauerei, Speicher, Schuppen. Zur Anbietzeit, in der Arbeitspause, kamen die Hafenarbeiter pulkweise in die Anbiethalle, dort gab es zu essen und zu trinken. Eine Kantine also. Eine der wenigen Arbeitsstätten im Hafen, in der Frauen zu finden waren. Der Ton dort war gewöhnungsbedürftig, erzählt Anke Becker im Gespräch mit ihrem langjährigen Arbeitskollegen Friedrich (Fidi) Bruns vom Gesamthafenbetrieb.

Unkonventionell und bürgernah, so kennt man ihn in Bremen. Henning Scherf war als Bürgermeister ohne Personenschutz auf dem Fahrrad unterwegs. Ein Bürgermeister zum Anfassen, der die Nähe der Menschen suchte. Das war schon immer so. Zum Beispiel 1983 und 1984 - zu der Zeit war er in Bremen Landesvorsitzender der SPD und Senator für Jugend und Soziales - ging er im Sommer als Kaffeepflücker nach Nicaragua, als Sympathisant der sandinistischen Revolution. "Ich wollte den Campesinos zeigen, ihr seid nicht allein in diesem Bürgerkrieg gegen die Contras." (Interview in der FR 2009). Zehn Jahre vorher, in den Parlamentsferien 1973, wollte er die Arbeit und die Arbeiter auf der AG Weser kennenlernen.

In den 70er Jahren ist ein Gesundheitscheck für die Prostituierten des Hafenviertels unerlässlich, um eine Gesundheitskarte zu erhalten. Nur so können sie legal ihrem Gewerbe nachgehen. Wurde einer dieser Damen die Karte entzogen, tauchte auch schon mal ihr Zuhälter in voller Türbreite im Amtszimmer auf.

 

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