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Audiobeiträge des Digitalen Heimatmuseum's


Ausgebombt im Zweiten Weltkrieg.

Heute ist Asbest vor allem ein Problem: Gesundheitsschäden, verseuchte Gebäude und Deponien. Dabei galt Asbest einmal als Wunderfaser: Es ist hitze- und säurebeständig, isoliert hervorragend, kann gut verwoben werden. In den 1960er und 1970er Jahren haben die Hafenarbeiter im Bremer Hafen ganze Schiffsladungen voll Asbest ausgeladen.


In den bremischen Häfen nach 1945: statt geschäftigem Treiben tote Hose. Die deutschen Schiffe: versenkt oder beschlagnahmt. Die Küstenschifffahrt wird mit alten Kähnen betrieben. Die Überseeschifffahrt - von den Alliierten zuerst verboten, dann, bis 1951, beschränkt. Ein desolater Zustand. Für die Jugendlichen aus dem Bremer Westen aber, erzählt Sigrid Bauermeister, waren die Hafenbecken ein großes Spaßbad: verboten und gefährlich, aber ungeheuer reizvoll.

Wenig zu essen, dreimal gewendete Kleider, nichts zum Heizen. Eine Kindheit in der Nachkriegszeit - nur reich an Entbehrung? Aber ein glückliches Leben ist nicht identisch mit Wohlstand und Rundumversorgung. Sigrid Bauermeister über kleine Freuden im kriegszerstörten Bremen.

 

... so hieß es in einem Gassenhauer der Zwanziger Jahre. Das war die Zeit, als auch Josephine Bakers Tanz im Bananenkostüm die Besucher der Pariser und Berliner Varietés elektrisierte - und die Frucht aus Übersee auf den Karrenwagen fliegender Händler die Käufer zu erobern begann.

Jürgen Segelken lernte die Banane anders kennen ...

 

 

 

"Richtiger" Kaffee war nach dem Zweiten Weltkrieg ein Luxusgetränk, auf dem Schwarzmarkt galt er als eine der "Leitwährungen" hinter der Zigarette. Aber auch in den 50er Jahren kam der Bohnenkaffee nur an  Sonntagen oder bei besonderen Anlässen wie einer Konfirmation auf den Tisch. Die hohen Preise hatten den Verkauf in kleinen Portionen zu Folge.  Die Kaffeerösterei Münchhausen hatte dafür eine geniale Verkaufsidee, für die Jürgen Segelken zuständig war.


Der ganze Schnoor in den frühen 50er Jahren war eine "Wüste Stätte".  Der Senat wollte das Viertel mit dem Schnoor-Statut restaurieren, "König Richard" aber plante ein Hochhaus mit Freiflächen. Hätte der mächtige SPD-Fraktionschef Richard Boljahn, der "König", sich durchgesetzt, wären wie im Stephaniviertel die letzten winkeligen Gassen aus der Altstadt verschwunden. Diesmal aber nicht aufgrund der Bomben des Zweiten Weltkriegs, sondern im blinden Eifer des Wiederaufbaus.


Findorff zwischen Hemm- und Worpsweder Str., in der Bildmitte die Falkenberger Straße

Die Familie von Luise Nordhold war in Gröpelingen schon zwei Mal ausgebombt worden. Dann fanden sie im Sommer 1944 bei Findorffer Freunden Unterschlupf. Doch dort wurde es nur noch schlimmer.

Im Winterhalbjahr veranstaltet das Geschichtskontor das "Erzählcafé" auf der MS-Friedrich. In anheimelnder Atmosphäre kommen Gäste zu Wort, die in ungezwungener Umgebung bei "Kaffee und Keks" von ihren Erfahrungen auf See, im Hafen oder auf der Werft berichten. Begleitet von Günter Reichert von der Gröpelinger Geschichstwerkstatt, erzählte Heinz Rolappe 2012 vom Verein "Use Akschen".
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Die zahlreichen polnischen Arbeiterinnen auf der Jute waren streng katholisch. Bedingung für eine Heirat war daher, dass für sie nur ein solcher Partner in Frage kam. Das galt in den 1930er Jahren auch in der Familie von Ella Schrader. Und dann kam einer, ohne Glauben und dazu noch Kommunist - das war undenkbar.

Die katholische Kirche von St. Marien von 1898 befand sich inmitten von "Feindesland": im roten Bremer Westen, einer Hochburg von Sozialdemokratie und Kommunistischer Partei. Noch in der Gemeindechronik von 1949 schrieb der Chronist der Marienkirche:

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