Plündernd und mordend war die Bremer SA in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 durch die Stadt gezogen. Fünf jüdische Mitbürger wurden ermordet, die Synagoge im Schnoor in Brand gesetzt. Die zweite Synagoge - in Aumund - hatten die Rollkommandos offenbar vergessen.
Die polnischen Arbeiterinnen auf der Jute waren streng katholisch. Bedingung für eine Heirat war daher, dass für sie nur ein ebensolcher Partner in Frage kam. Auch für Ella Schrader in den 30er Jahren galt dies. Und dann kam einer, ohne Glauben und dazu noch Kommunist - das war undenkbar.
Jugendfreizeitheime, "Freizis", gibt es nicht in den 1950er und 1960er Jahren. Außer in den Sportvereinen findet Jugendarbeit vor allem in den Kirchengemeinden statt. In Walle ist besonders die Immanuelgemeinde sehr engagiert. Gemeindehaus und Kapelle in der Elisabethstraße, beide eher unscheinbar in die Häuserreihe eingefügt, werden für Generationen von Jugendlichen zur zweiten Heimat.