| Kapitäne


Arnold Weiss sagt: "Ich wollte weg:" Mit sieben Jahren hatte er sich mit seiner Familie von Memel nach Schleswig-Holstein gerettet. In dem mit Flüchtlingen überfüllten Land lebten sie in Ställen und Lagern. An einen geregelten Schulunterricht war nicht zu denken, dafür lernte der Junge von den Älteren, wie man  mit Handgranaten fischen konnte. Eine Zeit außerhalb der gewohnten Aufsicht und Kontrolle. Als dann die leidige Schulzeit ausgestanden war, suchte er sich schnell ein Schiff.



Schifffahrt in den 50er Jahren, vor dem Einbau von Klimaanlagen, konnte ein harter Beruf sein. Wer wie Jochen Helms mit der Bremer Reederei DDG Hansa (1881-1989) fuhr, lag mehr als einmal unter der brennenden Sonne im Persischen Golf. Was das bei Temperaturen über 40 Grad bedeutete, davon berichtet der spätere Lloyd-Kapitän.


Seefahrt ist nicht nur Verbindung von Kontinent zu Kontinent. Kapitän De Buhr fuhr auf einer aufgerüsteten ostfriesischen "Tjalk" (Foto). Mit diesem für flache Gewässer konstruiertem Boot konnte man Anfang der 50er Jahre noch zu Orten vordringen, welche für die großen Pötte unerreichbar waren. Und so zum Beispiel Holz aus dem schwedischen Binnenland holen - unterwegs durch Schleusen, wo der Klüverbaum noch über das Schleusentor ragte. Bei einer solchen Reise zum schwedischen Sägewerk am See fand noch das statt, was einst Seefahrt bedeutete.

Kapitän De BuhrEigentlich hält er nichts von Seemannsgarn, sagt Kapitän außer Dienst De Buhr. Doch wie der Ostfriesenjung' in der Nachkriegszeit von seiner Lehrstelle beim Holzkaufmann desertierte und klammheimlich anheuerte, das klingt wie in altbekannten Seemanngeschichten. "Aber so war es." 

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