| Arbeitswelten


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Die polnischen  Arbeiterinnen auf der Jute waren streng katholisch. Bedingung für eine Heirat war daher, dass für sie nur ein ebensolcher Partner in Frage kam. Auch für Ella Schrader in den 30er Jahren galt dies. Und dann kam einer, ohne Glauben und dazu noch Kommunist - das war undenkbar.

 

Im Winterhalbjahr veranstaltet das Geschichtskontor das "Erzählcafé" auf der MS-Friedrich. In anheimelnder Atmosphäre kommen Gäste zu Wort, die in ungezwungener Umgebung bei "Kaffee und Keks" von ihren Erfahrungen auf See, im Hafen oder auf der Werft berichten. Begleitet von Günter Reichert von der Gröpelinger Geschichstwerkstatt, erzählte Heinz Rolappe vom Verein "Use Akschen".
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"Richtiger" Kaffee war nach dem Zweiten Weltkrieg ein Luxusgetränk, auf dem Schwarzmarkt galt er als eine der "Leitwährungen" hinter der Zigarette. Aber auch in den 50er Jahren kam der Bohnenkaffee nur an  Sonntagen oder bei besonderen Anlässen wie einer Konfirmation auf den Tisch. Die hohen Preise hatten den Verkauf in kleinen Portionen zu Folge.  Die Kaffeerösterei Münchhausen hatte dafür eine geniale Verkaufsidee, für die Jürgen Segelken zuständig war.


... so hieß es in einem Gassenhauer der Zwanziger Jahre. Das war die Zeit, als auch Josephine Bakers Tanz im Bananenkostüm die Besucher der Pariser und Berliner Varietés elektrisierte - und die Frucht aus Übersee auf den Karrenwagen fliegender Händler die Käufer zu erobern begann.

Jürgen Segelken lernte die Banane anders kennen ...

 

 

 

Heute ist Asbest vor allem ein Problem: Gesundheitsschäden, verseuchte Gebäude und Deponien. Dabei galt Asbest einmal als Wunderfaser: Es ist hitze- und säurebeständig, isoliert hervorragend, kann gut verwoben werden. In den 1960er und 1970er Jahren haben die Hafenarbeiter im Bremer Hafen ganze Schiffsladungen voll Asbest ausgeladen.

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"Vererbte Solidarität", das war die Stärke der Belegschaft der AG Weser. Es fanden sich sogar Leute aus den eigenen Reihen in der Bürgerschaft - heute kaum noch vorstellbar. Heinz Rolappe schildert hier lebhaft die politische Atmosphäre auf der Werft.


Karl Haupt berichtet über seine beruflichen Anfänge in den 1950er Jahren. Das Wirtschaftswunder hatte bereits begonnen und der florierende Hafenbetrieb lockt ihn mit schnell verdientem Geld. Doch sein Vater besteht darauf, dass er in die Lehre geht. So wird er Laborantenlehrling bei der Koffein Kompanie.

 

 

Unkonventionell und bürgernah, so kennt man ihn in Bremen. Henning Scherf war als Bürgermeister ohne Personenschutz auf dem Fahrrad unterwegs. Ein Bürgermeister zum Anfassen, der die Nähe der Menschen suchte. Das war schon immer so. Zum Beispiel 1983 und 1984 - zu der Zeit war er in Bremen Landesvorsitzender der SPD und Senator für Jugend und Soziales - ging er im Sommer als Kaffeepflücker nach Nicaragua, als Sympathisant der sandinistischen Revolution. "Ich wollte den Campesinos zeigen, ihr seid nicht allein in diesem Bürgerkrieg gegen die Contras." (Interview in der FR 2009). Zehn Jahre vorher, in den Parlamentsferien 1973, wollte er die Arbeit und die Arbeiter auf der AG Weser kennenlernen.

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Anbiethalle – ein Ort aus einer untergegangenen Welt. Früher gehörte die Anbiethalle zum Hafen wie Stauerei, Speicher, Schuppen. Zur Anbietzeit, in der Arbeitspause, kamen die Hafenarbeiter pulkweise in die Anbiethalle, dort gab es zu essen und zu trinken. Eine Kantine also. Eine der wenigen Arbeitsstätten im Hafen, in der Frauen zu finden waren. Der Ton dort war gewöhnungsbedürftig, erzählt Anke Becker im Gespräch mit ihrem langjährigen Arbeitskollegen Friedrich (Fidi) Bruhns vom Gesamthafenbetrieb.

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Bremen in den 1960er Jahren:
Der Hafen boomt, das Wirtschaftswunder bringt Fleisch auf die Teller, Tiertransporte im Industriehafen sind an der Tagesordnung. 20.000 Rinder jährlich für den Schlachthof.
Aber eines Tages kommen auch Exoten aus Afrika, und Henry Geller von der Spedition Schenker & Co. muss sich um deren Quarantäne kümmern. Was manchmal zu kuriosen Vorfällen führt.


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