"Ein Wannenbad, damit hatte ich ja überhaupt nicht gerechnet!" Diese Überraschung erlebte Margarete Reiter nach ihrer Bremer Ankunft im Februar 1948, als sie nach langer Irrfahrt an die Tür des Bremer „Flüchtlingshauses“ klopfte. Doch noch galt die im September 1945 über Bremen verhängte Zuzugssperre. Nach drei Tagen sollte sie die Stadt wieder verlassen. Doch dann kam ihr der Zufall zu Hilfe.
Findorff zwischen Hemm- und Münchener Str., links oben in der Ecke die Falkenburger Straße
Die Familie von Luise Nordhold war in Gröpelingen schon zwei Mal ausgebombt worden. Dann fanden sie im Sommer 1944 bei Findorffer Freunden Unterschlupf. Doch dort wurde es nur noch schlimmer.
In der Nacht vom 18. auf den 19. August 1944 erlebte Bremen seinen schwersten Luftangriff während des Zweiten Weltkriegs. In dieser Nacht "brannte der Bremer Westen". Im Wehrmachtsbericht hieß es lapidar: "In der Nacht war Bremen das Ziel eines britischen Terrorangriffs. Es entstanden Gebäudeschäden und Personenverluste: 1056 Menschen wurden getötet, 72 schwer, 677 leicht verletzt."
Ein schmuckloser Grabstein auf dem Wasserhorster Friedhof erinnert an eines der brutalsten Verbrechen der Nachkriegszeit. NS-Opfer, ehemalige Zwangsarbeiter, waren zu Tätern geworden, hatten im November 1945 im Bremer Blockland einen Bauernhof überfallen und zwölf Menschen erschossen. Nur einer überlebte das Massaker - und gerade er reichte den Schuldigen die Hand. Ein ungewöhnlicher Fall von Vergebung - zumal für eine Zeit, in der die Unversöhnlichkeit noch hoch im Kurs stand.
Junge Frauen im Nationalsozialismus. Im Zuge des generellen ‚Pflichtjahres’ für junge Frauen wurde die Erzählerin in der Landarbeit bei einem Bauern in Niedersachsen eingesetzt. Harte Arbeit, Heimweh, Leben mit der Bauersfamilie – und den zwei Franzosen, die als Zwangsarbeiter auf dem Hof sind.
"Volkssturm", so nannten die NSDAP ihr letztes Aufgebot zur Verteidigung des "Deutschen Heimatbodens". Als im Oktober 1944 mit Aachen die erste deutsche Stadt in die Hände der Allierten gefallen war, entstand unter der Parole "Ein Volk steht auf" das letzte Aufgebot. Die Bewaffnung war miserabel, die militärische Ausbildung ein Schnellkursus, selbst an Uniformen haperte es. So behalf man sich mitunter mit Reichsbahner-Uniformen oder begnügte sich mit einer Armbinde über der Zivilkleidung.
Siebzehn Jahre alt war Waltraud Schmidt, als ihr Vater loszog, um seinen vermissten Schwager nach dem Bombenangriff auf die Werft zu suchen. So bahnte sich die Realität in den ganz normalen Familienalltag und führte das Pathos der Propaganda vom heldischen Kampf ad absurdum.
Einen Abenteuerspielplatz brauchten die Bremer Butjer in den 1950er Jahren ganz bestimmt nicht. Die Trümmerlandschaft im zerstörten Bremer Westen war für die Kinder ein geniales Tummelfeld zum Draußenspielen. Herbert Poppe aus Utbremen sieht die zerstörte Stadt noch deutlich vor sich.